Jan Göritz // Heilpraktiker für Psychotherapie

Ja – Nein – Vielleicht. Was möchte ich eigentlich?

Was möchte ich eigentlich? Können Sie diese Frage für sich beantworten?
Viele Menschen können das nicht oder nicht immer. Sie fangen an zu schwimmen, wollen auf andere Rücksicht nehmen, trauen sich vielleicht prinzipiell nicht, ihre Meinung zu sagen und haben Angst vor Ablehnung. Sie verlieren den Kontakt zu sich selbst und haben schließlich keinen sicheren Stand mehr im Leben.

Sich für andere zurücknehmen

Das passiert scheinbar häufiger als man annehmen möchte und das Umfeld bemerkt es meistens gar nicht. Denn es sind die „Lieben“, die „Pflegeleichten“, eben die, die nicht auffallen. Die, mit denen es keine Konflikte gibt. Die, die aber häufig auch als etwas langweilig wahrgenommen werden.
das Problem für die Betroffenen ist, dass sie sehr wohl registrieren, dass sie mit diesem Verhalten unzufrieden – manchmal unglücklich – sind aber auch das versuchen mit sich selbst auszumachen, weil sie ja keinem zur Last fallen möchten. Manche äußern sich so, dass sie sich regelrecht in sich selbst gefangen fühlen und nicht wissen, wie sie sich befreien können. Ein Teufelskreis.
Dieser Teufelskreis wird aufrecht erhalten durch Ideen und Glaubenssätze wie „wenn ich meine Meinung sage, mag mich keiner mehr“, „mir geht es erst gut, wenn es allen anderen gut geht“ oder „meine Meinung interessiert eh keinen“. Das sind drei Sätze, die mir spontan eingefallen sind, es gibt etliche weitere und durchaus härtere.

Was können Sie tun?

Grundsätzlich halte ich es für wichtig, gut bei sich zu sein. Das bedeutet, seine Bedürfnisse, Gefühle, Wahrnehmungen, Wünsche, Visionen zu registrieren und ernst zu nehmen. Das bedeutet nicht, dass man diese auch direkt nach außen tragen muss. Wenn Sie dann registrieren, dass Sie in der einen oder anderen Situation anders handeln als es Ihren Bedürfnissen entspricht, dann ist schon ein großer Teil geschafft. Denn: wenn unbewusstes Verhalten bewusst geworden ist, dann kann man das in der Regel nur noch schwer ignorieren. Das heißt: wenn Sie merken, dass Sie entgegen Ihrer Bedürfnisse handeln, dann sind Sie auch in der Lage, passendere Verhaltensweisen zu finden. Oder, falls das nicht auf Anhieb gelingt, einfach mal NEIN zu sagen.

Ein Nein nach außen ist häufig ein Ja zu sich selbst.

 

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