Jan Göritz // Heilpraktiker für Psychotherapie

Veränderung von Glaubenssätzen (Teil 1 – Theorie)

Glaubenssätze kamen bisher schon in den Artikeln Entscheidungen, Ja – Nein – Vielleicht und Wer oder wie sind Sie eigentlich? vor, ohne dass ich bisher genauer auf Glaubenssätze – und besonders auf die positive Veränderung von negativen Glaubenssätzen eingegangen bin.
Dieser Artikel beschäftigt sich damit, was Glaubenssätze eigentlich sind, wie sie wirken und wie Sie negative und hemmende Glaubenssätze in positive und antriebsstarke verwandeln können. Das beschreibe ich im 2. Teil anhand eines Beispiels aus meiner Praxis, das ich freundlicherweise verwenden darf.

Was sind eigentlich Glaubenssätze?

Glaubenssätze definieren in gewisser Weise, wie wir die Welt sehen. Sie bilden sich meist in unserer Kindheit aufgrund unserer Beobachtungen der Welt um uns herum:

  • Fühlen wir uns bedingungslos geliebt? Oder müssen wir etwas dafür tun?
  • Ist die Welt für uns ein sicherer Ort? Oder haben wir ängstliche Eltern, die uns signalisieren, dass wir uns lieber nicht zu viel zutrauen sollten?
  • Fühlen wir uns in der Lage, unser Leben zu gestalten? Oder wissen die Eltern immer, was für uns gut ist?

Oder sie entstehen aufgrund konkreter Äußerungen (unserer Eltern):

  • „Der Ehrliche ist der Dumme“
  • „Die da oben machen ja eh was sie wollen.“
  • „Geld bringt nur Unglück.“

Viele Glaubenssätze verändern sich mit der Zeit und werden von uns immer wieder angepasst. Die machen uns keine Probleme.
Schwierig wird es, wenn wir es mit Glaubenssätzen zu tun haben, die immer noch unsere kindliche Weltsicht repräsentieren. Hier finden sich häufig generalisierte und damit extreme Aussagen:

Nie habe ich Glück.“ Oder „Immer werden die anderen bevorzugt.“

Wie heißt es? Keine Regel ohne Ausnahme. Somit sind auch diese Pauschalaussagen nicht haltbar und die Chance zur Veränderung der eigenen Situation gegeben.
Ich gehe später noch ausführlicher auf Worte und Begriffe ein, bei denen Glaubenssatzalarm angebracht ist.

Wie wirken Glaubenssätze?

Glaubenssätze sind wie kleine Computerprogramme, die unermüdlich und häufig gar nicht mehr bewusst wahrgenommen, im Hinterkopf ablaufen.
In immer der gleichen Schleife sagen sie uns zum Beispiel, dass
• wir es nicht wert sind, geliebt zu werden, es sei denn, wir leisten noch etwas mehr.
• die Welt ein unsicherer Ort ist und man niemandem trauen kann.
• wir nicht vermessen sein sollten und nicht das Recht haben, Wünsche äußern oder gar Ansprüche zu stellen.

Sie sehen, dass es sich mit diesen oder anderen ähnlich hemmenden Leitsätzen nur schwer ein leichtes und lockeres Leben gestalten lässt.

Woran erkenne ich, dass ich von negativen Glaubenssätzen gelenkt werde?

Auch wenn man – rein theoretisch – frei von negativen Glaubenssätzen wäre, würde man trotzdem auch mal Tiefschläge erleiden und auch mal deprimiert sein. Das gehört nun mal zum Leben dazu und hat noch nichts mit Glaubenssätzen zu tun.
Da Glaubenssätze permanent wirken, wird sich ein Leben, das von negativen Glaubenssätzen geprägt ist, eher wie eine ewige Pechsträhne anfühlen. Oder wie Und täglich grüßt das Murmeltier: Nachdem man sich gerade von einem Partner getrennt hat, hat der nächste die gleichen destruktiven Eigenschaften oder Charakterzüge wie die vorangegangenen.
Beispielsweise:

  • Kontrollsucht
  • übersteigerte Eifersucht
  • Nähe-Distanz-Problematik
  • Verschlossenheit
  • Aggressionsproblematik
  • Unverbindlichkeit

Nach zwei, drei oder vier Partnern des gleichen Typs glaubt kaum noch jemand an Zufall, sondern man fragt sich: „was hat das bloß mit mir zu tun?“ Das ist der erste Schritt, um Glaubenssätzen auf die Spur zu kommen: die Erkenntnis, dass bestimmte Ereignisse etwas mit einem selbst beziehungsweise mit der eigenen unbewussten Lebenseinstellung zu tun haben.
In dem obigen Beispiel könnte ein Glaubenssatz eine Rolle spielen, der ein „ich bin nicht liebenswert…“ beinhaltet.

Kann ich negative Glaubenssätze verändern?

Ja, negative Glaubenssätze können verändert werden,- niemand ist seinen Mustern hilflos ausgeliefert. Da sich die meisten unserer Glaubenssätze aber unserer der Kindheit gebildet haben, sind sie häufig stark in uns verankert, was meistens eine intensivere Auseinandersetzung mit ihnen erfordert

Es kommt allerdings manchmal vor, dass alleine das Bewusstmachen eines Glaubenssatzes dazu führt, dass man sein Verhalten verändert. Das passiert meistens, wenn es einem wie Schuppen von den Augen fällt, wie selbstschädigend und manchmal auch schier idiotisch der Glaubenssatz und das daraus resultierende Verhalten sind. Solche Momente wirken oft wie ein heilender Schock.

Glaubenssatz-Alarm

Damit Sie sich schon mal ein wenig mit Ihren eigenen negativen Glaubenssätzen auseinandersetzen können, bevor Sie Teil 2 lesen, habe ich Ihnen hier ein paar Wörter und Begriffe zusammengestellt, bei denen Glaubenssatz-Alarm angebracht ist:

  • Immer
  • Nie
  • Alle
  • Jeder
  • Niemand
  • Wenigstens einmal…
  • Ich bin einfach nicht … genug
  • Wenn (nicht)…, dann (nicht)…
  • Ist ja klar, dass

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Generalisierungen auf Glaubenssätze hindeuten.

Zur Unterstützung habe ich hier eine Liste mit 100 negativen Glaubenssätzen zusammengestellt.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei, Ihre eigenen Glaubenssätze zu entdecken.

Glaubenssätze (1) - Jan Göritz - Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologischer Berater in Hamburg

 

 

 

 

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