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Amygdala

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Amygdala

Definition:

Die Amygdala, die ihren Namen vom griechischen Wort für „Mandel“ erhält, ist eine mandelförmige Struktur im Gehirn, die eine Schlüsselrolle bei der emotionalen Verarbeitung spielt. Sie ist Teil des limbischen Systems, das eine zentrale Rolle bei vielen Aspekten des menschlichen Verhaltens und der emotionalen Reaktion spielt.

Anatomie und Funktion:

Die Amygdala ist eine kleine Struktur, die tief im Gehirn gelegen und in beide Hemisphären eingebettet ist. Sie besteht aus mehreren unterschiedlichen Nuklei, oder Kerngruppen, die jeweils spezifische Funktionen haben. Im Allgemeinen ist die Amygdala an der Verarbeitung und Speicherung von emotionalen Erinnerungen beteiligt, insbesondere solchen, die mit Angst und Stress verbunden sind.

Die Amygdala spielt auch eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von emotionalen Reaktionen und bei der Verknüpfung bestimmter sensorischer Erfahrungen mit Emotionen. Dies ist besonders wichtig bei der Lernprozess, insbesondere beim bedingten Angstlernen.

Forschung und Entdeckungen:

Die Rolle der Amygdala in emotionalen Prozessen wurde durch eine Reihe von Studien aufgedeckt. In den 1930er Jahren führte Kluver, Heinrich und Bucy, Paul eine Reihe von Experimenten an Affen durch, bei denen sie Teile des Gehirns entfernten, einschließlich der Amygdala. Diese Tiere zeigten danach erhebliche Veränderungen im sozialen und emotionalen Verhalten, was auf die wichtige Rolle der Amygdala in diesen Prozessen hinweist.

Weitere Untersuchungen, insbesondere Studien mit bildgebenden Verfahren wie der Magnetresonanztomographie (MRT), haben unsere Kenntnisse über die Rolle der Amygdala in der emotionalen Verarbeitung weiter vertieft.

Bedeutung in der Neurowissenschaft und Psychologie:

Die Amygdala ist von großem Interesse in vielen Bereichen der Neurowissenschaft und Psychologie, einschließlich der kognitiven Neurowissenschaft, der klinischen Psychologie und der Psychiatrie. Veränderungen in der Funktion oder Struktur der Amygdala wurden mit einer Reihe von psychischen Störungen in Verbindung gebracht, darunter Angststörungen, posttraumatische Belastungsstörung und Schizophrenie.

Weiterhin wird die Amygdala auch in der neurowissenschaftlichen Erforschung von sozialen und emotionalen Aspekten der menschlichen Kognition, wie Empathie und Moral, intensiv untersucht.