Glück | Psychologische Beratung und Psychotherapie in Hamburg
Jan Göritz // Heilpraktiker für Psychotherapie

Glück

Glück ist in meinen Sitzungen immer wieder ein großes Thema und viele Menschen scheinen sich nach einem dauerhaften Glücksgefühl zu sehnen. Manchmal scheint es sogar so, als dächten einige Menschen, sie hätten einen Anspruch auf Glück. Daran ist nichts verwerflich, aber es macht meiner Meinung nach das Leben unnötig schwer. Denn dauerhaftes Glück ist nicht möglich.

Zufriedenheit oder Glück

Warum ist dauerhaftes Glück nicht möglich? Glück ist ja so etwas wie der Diamant unter den Gefühlen. Für viele Menschen sehr wertvoll und relativ selten. Wie würde es sich auf den Diamanten-Preis auswirken, wenn es Diamanten plötzlich an jeder Straßenecke gäbe? Er würde natürlich extrem stark sinken. Vielleicht würden wir im Winter mit Diamanten streuen, weil sie so schön billig sind. Oder unsere Kinder würden damit Murmeln spielen. Wer weiß…
Was würde so ein Zustand für die Momente des Glücks bedeuten? Wie wäre es dann, wenn Sie Ihr Neugeborenes zum ersten Mal auf dem Arm haben? Wie wäre Ihre Erinnerung an Ihre erste große Liebe? Wie wäre Ihre Hochzeit gewesen? Welchen Wert hätten romantische Sonnenuntergänge? Es wäre alles auf einmal belanglos.

Ein Klient von mir hat es vor einiger Zeit sehr schön formuliert: „Eigentlich sollte ich eher daran arbeiten, zufrieden zu sein statt daran, glücklich zu sein. Denn Zufriedenheit ist die Voraussetzung dafür, Glück überhaupt zulassen zu können.“
Wir haben das zusammen noch etwas griffiger formuliert: Zufriedenheit ist der Boden, auf dem Glück wachsen kann. Doch was sind Faktoren, die Zufriedenheit begünstigen?

Wege zur Zufriedenheit

Was ist es denn, das uns zufrieden sein lässt?

Viele Menschen versuchen, sich Zufriedenheit zu „erkaufen“. Entweder ganz direkt in Form materieller Anschaffungen (die aber meistens auch nur für kurze Zeit zufrieden stellen) oder indirekt in Form von Leistungen: sportliche oder berufliche Erfolge,- oder Dinge, die einem das Gefühl geben, ein guter Mensch zu sein.
Beide Wege sind gut nachvollziehbar. Allerdings beobachte ich in meinen Sitzungen immer wieder ein Phänomen, das sich auf verschiedenen Wegen zeigt:

  • ein erreichtes Ziel stellt auf einmal nicht mehr zufrieden und das nächsthöhere Ziel muss in Angriff genommen werden. Das bedeutet in der Regel ein mehr an Anstrengung und Stress.
  • eine berufliche Position wird als nicht mehr angemessen empfunden und man strengt sich an, um den nächsten Karriereschritt zu gehen.
  • das neue Auto, das neue Handy, der neue Rechner entsprechen nicht mehr den neuesten Standards und sind damit nicht mehr repräsentativ genug. Man muss immer angestrengt darauf achten, ob es etwas Neues oder Besseres gibt.

Alle Punkte haben damit zu tun, dass der Bezug zu dem Zustand „Genug“ verloren gegangen zu sein scheint. Und genau hier scheint mir eine wichtige Grundlage für Zufriedenheit zu sein

 

Ein häufiger erster Schritt bei aufkeimender Unzufriedenheit ist der Versuch, diese Unzufriedenheit durch Materielles zu kompensieren. Ein neues Handy oder ein noch größerer Fernseher, neue Klamotten oder Schuhe – das sind Dinge, über die sich die meisten Menschen freuen können. Vielleicht aber kennen Sie das Phänomen, dass der freudige Höhenflug nur kurz anhält und es schon bald wieder in den Fingern juckt, wieder auf Shopping-Tour zu gehen. In extremen Fällen gipfelt diese Kompensation in komplett wahllosen Käufen.

Neue Anschaffungen alleine machen also nicht zufrieden.

Manche Menschen versuchen, Zufriedenheit über eine „richtige“ Lebensführung zu erlangen. Sie essen kein Fleisch, meditieren und machen regelmäßig Sport (überspitzt gesagt).
Das ist alles toll, doch sollte auch dies nicht Mittel zum Glück sein. Denn auch hier wird es ungesund, wenn es kein „Genug“ gibt. Denn auch diese Wege zum Glück können grenzenlos sein.

Glück lässt sich nicht erzwingen, sondern einladen

Glück lässt sich also nicht kaufen und schon gar nicht erzwingen. Wir sind aber nicht zum Nichtstun verdammt, denn wir können das Glück auf unterschiedliche Art und Weise einladen:

  • Stoppen Sie die Vergleiche mit anderen – Sie können nur verlieren
  • Seien Sie dankbar für das, was Sie haben anstatt sich über das zu ärgern, was Sie nicht haben
  • Führen Sie ein Positiv-Tagebuch. Notieren Sie sich jeden Abend drei schöne Momente oder Begebenheiten des Tages
  • Beurteilen Sie nicht zu vorschnell. Ob etwas gut oder schlecht ist, lässt sich häufig erst mit größerem zeitlichen Abstand beurteilen.
  • Hinterfragen Sie den Drang nach „mehr“ und bekommen Sie ein Gefühl für „genug„.
  • Sorgen Sie für inneren Frieden.
  • Hören, lesen und schauen Sie inspirierende Dinge, anstatt sich von der Sensationslust mancher Medien mitreißen zu lassen. Werden Sie Ihr eigener Programmdirektor.
  • Lassen Sie anderen ihre Meinung und lassen Sie Ihre nicht beeinflussen (meiden Sie Kommentarspalten!)
  • Träumen Sie wieder.
  • Suchen Sie sich eine kreative Beschäftigung.
  • Schlafen Sie ausreichend.
  • Gehen Sie in die Natur.
  • Machen Sie Entspannungsübungen (Meditation o.ä.)
  • Geben Sie Ihrem Leben einen Sinn. (Engagieren Sie sich zum Beispiel ehrenamtlich.)
  • Werden Sie sich Ihrer Werte bewusst und gestalten Sie Ihr Leben entsprechend.
  • Es geht nicht darum, Recht zu haben, sondern darum, zufrieden zu sein.

Das sind nur einige Möglichkeiten, um ein zufriedeneres Leben zu führen. Sie dürfen die Liste gerne mit Ihren Tipps in den Kommentaren ergänzen.

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