Jan Göritz // Heilpraktiker für Psychotherapie

Fernbeziehung / Wochenendbeziehung

Nach der Urlaubszeit scheint das Thema „Fernbeziehung“ wieder vermehrt im Vordergrund zu stehen, jedenfalls hat NDR2 am 16.08.2010 dieses Thema für den NDR2 Morgen aufgegriffen und im Vorwege hierzu ein Interview mit mir geführt: https://www.jangoeritz.de/wp-content/uploads/2010/08/Fernbeziehung.mp3 .

Hier ist eine kurze Abhandlung dazu, wichtige Fragen, Antworten und Lösungsideen:

Was sind die Hauptprobleme bei Fern- / Wochenendbeziehungen?

Häufig erleben die Partner in Fernbeziehungen fehlende körperliche Nähe und unerfüllte Sexualität. Darüber hinaus ist die Kommunikation zwischen den Partnern anders als würden sie zusammen leben: anstatt eine Unterhaltung einfach beginnen zu können, muss gewählt oder der Rechner hochgefahren werden. Dadurch wird eher abgewogen, ob die Information an den Partner „wichtig genug“ ist. Vermeintliche Kleinigkeiten fallen eher unter den Tisch. Darüber hinaus fehlt der in der Kommunikation überwiegende nonverbale Teil, also Mimik, Gestik etc. und beim Chatten sogar noch der Tonfall. Das kann dazu führen, dass die Kommunikation insgesamt missverständlicher wird.
Untersuchungen haben ergeben, dass die Häufigkeit von Telefonaten oder Treffen keinerlei Einfluss auf die Dauer und die Stabilität einer Beziehung hat, handgeschriebene Briefe wirken sich jedoch positiv auf die Beziehung aus.

Die nächste Schwierigkeit ist der Druck der Partner, der vor einem Wiedersehen herrschen kann. Ähnlich wie an Weihnachten soll alles perfekt sein und die Erwartungen werden hochgeschraubt. Das führt häufig zu Enttäuschung, Frust, Streit und Schuldgefühlen obwohl beide Partner ursprünglich eine schöne Zeit miteinander verbringen wollten.
Empfehlenswert ist es, für das Wiedersehen Rituale einzuführen: spazieren gehen oder ins Lieblingsrestaurant. Das gibt für beide Partner eine gewisse Sicherheit und hilft, Druck aus der Situation zu nehmen.

Was sind Vorteile einer Wochenendbeziehung?

Ein großer Vorteil ist natürlich, dass Alltagsprobleme sehr viel weniger ins Gewicht fallen und es dadurch weniger Streitauslöser gibt, weil die gemeinsame Zeit viel bewusster miteinander verbracht wird, als wenn das Paar am selben Ort wohnte. Zudem ist es für beide Partner möglich, ihre Eigenständigkeit stärker zu bewahren und die Rolle des Partners nur am Wochenende einzunehmen.

Was ist hilfreich, damit eine Fernbeziehung gelingt?

Zunächst sollten sich beide Partner darüber im Klaren sein, dass eine Fernbeziehung immer einen Übergang darstellt. Im Schnitt dauern Wochenendbeziehungen drei Jahre, danach zieht das Paar zusammen oder es trennt sich. Dabei stellt es keinen Unterschied dar, ob es sich um ein Paar handelt, das sich bspw. im Urlaub kennengelernt hat oder um ein Paar, das nach einer Phase des Zusammenlebens eine Fernbeziehung führen muss, weil z.B. der Mann sich beruflich verändert hat.
In einer Fernbeziehung ist zunächst einmal genau das wichtig, was Grundlage jeder Beziehung ist: Ehrlichkeit, Offenheit, Verbindlichkeit, Kommunikation und vieles mehr. Partner, die in einer Fernbeziehung leben, bekommen aufgrund dessen wenig vom Alltagsleben des anderen mit. Der eine kann besser damit umgehen, der andere nicht ganz so gut. Es ist sinnvoll, sich soweit über den Alltag miteinander auszutauschen, dass das Gefühl, es würde etwas verheimlicht werden, nicht aufkommen muss.

Fernbeziehung - Abschied - Jan Göritz - Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologischer Berater in Hamburg

Foto: © chalabala / Fotolia

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