Entscheidungen

Fahren Sie in die Berge und nehmen Strandspielzeug mit? Falls Sie merken, dass Sie doch lieber an den Strand möchten? In der Regel nicht.
Viele Menschen leben Ihr Leben aber nach genau diesem Prinzip: Sie entscheiden sich nicht klar. Sie haben einen Partner (um nicht alleine zu sein?) und anstatt sich auf diese Partnerschaft voll und ganz einzulassen, schauen sie sich um, ob nicht irgendwo ein besserer herumläuft.
Sie machen einen Job und hoffen auf einen Lottogewinn, damit sie ihn endlich kündigen können – anstatt sich zu entscheiden, den Job, den sie nicht mögen, zu kündigen und sich um eine Tätigkeit zu kümmern, die zu ihnen passt. Sie gehen zum Sport oder streichen die Wohnung, weil es sich für sie besser anfühlt als Langeweile.

Wie kann ich mich entscheiden?

Dinge im Leben konstruktiv zu verändern setzt voraus, sich nach innen zu wenden, die eigenen Wünsche, Bedürfnisse und Fähigkeiten zu entdecken und kennenzulernen. Das klingt vielleicht im ersten Moment einfach, ist es aber, je nachdem wie die eigene Biografie aussieht, nicht immer: Manchmal liegen diese Wünsche und Bedürfnisse hinter destruktiven Glaubenssätzen oder unangenehmen Gefühlen verborgen, die ein Bergen dieser eigenen Ressourcen erschweren. Wie leicht lässt es sich den eigenen Wünschen nähern, wenn das Glaubenssatz-Programm „ich bin nicht liebenswert“ oder „ich bin nicht wichtig“ läuft? Wie leicht, wenn unangenehme Gefühle aus der Kindheit davor liegen?

Die oben angesprochene Langeweile fühlt sich genau deswegen so unangenehm an, weil sich erst in Momenten der Langeweile und der Ruhe solche Gefühle und Glaubenssätze bemerkbar machen können.

Entschieden werden die Dinge eh,- wenn nicht von Ihnen dann von jemand anderem oder vom Leben. Einen entscheidungsfreien Raum gibt es nicht. Wenn Sie sich nicht zwischen Strand und Bergen entscheiden können, dann bleiben Sie womöglich wo Sie sind. Möchten Sie das?
Gönnen Sie sich Momente des Nichtstuns und versuchen Sie, das auszuhalten, was sich dann zeigt. Auch, wenn es unangenehm oder schmerzhaft ist: lassen Sie zu. So kommen Sie an Ihre innere Stimme, an Ihre Wünsche und Bedürfnisse. Und nur, wenn Sie die kennen, können Sie sichere Entscheidungen treffen.

Strand - Jan Göritz - Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologischer Berater in Hamburg

Foto: Julia Emma Schröder

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