Ich bin ein blaues Quadrat – Selbstbild und Fremdbild

Ich bin ein blaues Quadrat - Selbstbild -Fremdbild - Wunschbild - Jan Göritz - Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologischer Berater in Hamburg
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Selbstbild, Fremdbild und Wunschbild

Immer wieder kommt es vor, dass mir Klienten davon berichten, wie sehr es sie beschäftigt, wenn sie das Gefühl haben, andere Leute hätten ein falsches Bild von ihnen – das sogenannte Fremdbild.
Hinter dieser Idee eines falschen Bildes steckt logischerweise auch die Idee eines richtigen Bildes – das ist nicht zwangsläufig das eigene Selbstbild, es ist vielmehr ein Wunschbild.
Und genau das ist häufig das Problem:

Das “richtige Bild”

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Manchmal fällt es uns schwer, zu dem zu stehen, was wir sind.

Das oben angesprochene “richtige Bild”, das Wunschbild,  ist zumeist ein mehr oder weniger bewusst konstruiertes. Die Frage zu diesem konstruierten Bild lautet entsprechend nicht: “Wie bin ich wirklich?”, sondern: “Wie sollen andere über mich denken?

Das Stellen der Frage, wie andere über einen denken sollten, ist die gedankliche Abbiegung in die Unfreiheit. Es ist der Versuch, das Fremdbild über die Wunschbild-Gestaltung zu beeinflussen.
Anstatt sein Leben authentisch und frei zu gestalten, durchläuft jedes Wort und jede Handlung eine interne Zensur und wird daraufhin geprüft, ob die gewünschte Außenwirkung unterstützt wird oder nicht. So verliert man sein Selbstbild mehr und mehr aus den Augen.

Diese innere Vorab-Überprüfung ist für die Betroffenen anstrengend und bindet sehr viel Kraft und Potential. Teilweise führt es sogar zu einer Handlungsunfähigkeit – aus Angst davor, die anderen könnten schlecht über einen denken. Dabei ist es irrelevant, ob man selbst die anderen Menschen mag oder nicht.

Besonders gefährlich wird es dann, wenn es sich bereits um ein automatisiertes Verhalten handelt. Denn dann sind diese kräftezehrenden inneren Prozesse bereits normal, eine permanente Anstrengung, an die man sich aber bereits gewöhnt hat.
In diesem Fall muss erst wieder ein Bewusstsein für die damit einhergehende Selbstbeschränkung und Anstrengung geschaffen werden, bevor eine Veränderung stattfinden kann.

Werden Sie der Mensch, der sie sind – tschüss Wunschbild

Wie sollte so eine Veränderung aussehen?

Alles andere bedeutet in der Regel:

  • stärkere Anstrengung als nötig
  • das Gefühl, im Leben kaum vorwärts zu kommen
  • seinen Platz in der Welt nicht zu finden
  • gestörter Selbstwert
  • Probleme mit dem (Selbst-)Vertrauen

Es gibt ein Kinderspielzeug, das das gut symbolisiert. Es ist eine Steckbox mit verschiedenen geometrischen Aussparungen, beispielsweise Kreis, Dreieck, Quadrat. Dazu gibt es Klötze mit der entsprechenden Grundform. Ziel des Ganzen ist es, dass das Kind die Klötze in die passenden Ausschnitte steckt. Schwierig wird es erst, wenn Baustein und Öffnung nicht zusammenpassen.

Kinderleicht?

Es ist zwar sehr stark vereinfacht, aber vielleicht gerade deswegen eine gute Metapher für das Leben und den eigenen Weg. Der Prozess der Selbsterkenntnis ist manchmal alles andere als kinderleicht, führt er uns doch an Punkte großer Unsicherheit oder starken Schmerzes.
Vielleicht kennen Sie das Gefühl, in Ihrem Leben immer wieder an ähnliche Punkte zu kommen,- falls ja: das könnte ein Anzeichen dafür sein, dass Sie versuchen, um emotional schmerzhafte Punkte einen Bogen zu machen.

Fragen Sie sich, wie Sie eine konkrete unangenehme Situation gerne hätten und was sie tun müssten, um an diesen gewünschten Punkt zu gelangen. Wenn Sie nicht gerade Lottogewinne oder gute Feen mit einplanen, dann werden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Punkte stoßen, die es in Ihrem Leben zu lösen gilt.

Vom blauen Quadrat zum orangen Kreis

Wie Sie die Blockaden lösen können, auf die Sie stoßen, soll uns hier und jetzt nicht interessieren. Vieles verändert sich ohnehin in eine positive Richtung, wenn man sich erst einmal anzunehmen beginnt. Denn Sie werden merken, dass bestimmte Merkmale Ihrer Persönlichkeit von anderen viel mehr geschätzt werden, als von Ihnen selbst. Was Sie selbst als Fehler ansehen und vor anderen gerne verstecken, indem Sie ein richtiges Bild von sich zu transportieren versuchen, ist für andere Menschen häufig eine Bereicherung.

Natürlich spreche ich hier nicht von einem Sich-gehen-lassen, sondern von unabänderlichen Persönlichkeitsmerkmalen. Aus einem sensiblen Menschen wird nie ein unsensibler Klotz werden, ein zum Beispiel jähzorniger Mensch kann und sollte durchaus an sich arbeiten.

Nutzen Sie also die Gunst des schwierigen Moments und lernen Sie sich ein Stück mehr kennen. Ersetzen Sie Ihr inneres “So will ich eigentlich nicht sein” durch ein “ob ich will oder nicht – so bin ich.” Vielleicht können Sie den Satz schon bald mit “und so mag ich mich” erweitern. Dann kann die Überschneidung von Selbstbild und Fremdbild wachsen.

 

 

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Selbstakzeptanz oder ein Theaterstück für andere? Wie soll Ihr Leben sein? #psychotHHerapie via @psychothherapie
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