Furcht vor Ablehnung

Ablehnung - Jan Göritz - Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologischer Berater in Hamburg
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Ablehnung

„Sind Sie sicher, dass sie im richtigen Beruf arbeiten? So, wie ich das sehe, sollten Sie eine Karriere als Wahrsager anstreben. So gut, wie Sie wissen, was die Zukunft bringt.“
Solche oder ähnliche Sätze benutze ich häufig dann, wenn mir Klientinnen und Klienten erzählen, was ihre Partner, Chefs, Eltern und manchmal auch die Kinder zu einer Entscheidung, einem Wunsch oder einem Bedürfnis sagen werden. Und meistens erzählen sie mir das als Begründung dafür, irgendetwas nicht zu tun – beziehungsweise tun zu müssen.
Denn selbst dann, wenn es um die Erfüllung eines großen Wunsches geht, schwingt die Angst vor Ablehnung durch andere immer mit.

Wie heißt es so treffend?

Natürlich kann man nicht behaupten, dass es sich immer ganz klar um Dinge handelt, die jemand lieber nicht tun möchte. Vielmehr handelt es sich um den Zwischenraum zwischen dem, was man möchte und dem, was man fürchtet – Ablehnung.
Tief in uns, davon bin ich überzeugt, wissen wir immer, was wir möchten – eigentlich. Aber leider lassen sich die wirklich wichtigen Dinge nicht einfach im Supermarkt kaufen oder online bestellen. Die Dinge, die wir kaufen können, machen uns in der Regel keine Angst. Häufig sogar so wenig, dass manch einer seinen Kontostand beim Shoppen aus dem Auge verliert.

Der eigene Schmerz

Angst machen uns eher die Dinge, bei denen wir selbst Farbe bekennen müssen, wo wir nicht umhinkommen, uns selbst zu zeigen – vor anderen, vor allem aber vor uns selbst. Und da kann man durchaus vermuten, dass die Angst vor Ablehnung in erster Linie eine Angst vor Ablehnung von uns selbst ist.
Farbe zu bekennen bedeutet für uns nämlich, genau hinschauen zu müssen. Da können wir über bestimmte innere Zustände nicht einfach hinweg gehen, sie beiseite schieben oder uns mit einem „Trostpflaster“ einen kurzen Glückskick holen.
Nein, wir müssen alles – und besonders das Schmerzhafte – genau betrachten, wenn wir uns wirklich kennen lernen möchten.

Wenn wir Erfahrungen damit gesammelt haben, abgelehnt zu werden und wir Situationen vermeiden, in denen Ablehnung wieder eine Rolle spielen könnte, dann könnte es sein, dass wir unseren Schwarm niemals ansprechen. Dann finden wir Gründe wie:

  • der ist bestimmt vergeben
  • ich bin wahrscheinlich viel zu langweilig für sie

Oder wir finden ein äußerliches Merkmal, von dem wir jetzt schon wissen, dass es uns immer stören wird: die Nase ist zu klein oder die Ohrläppchen zu groß- – auf keinen Fall sollten wir diesen Menschen ansprechen.

Es scheint, als wäre es für uns besser, die andere Person abzulehnen, bevor wir selbst Gefahr laufen, von Ablehnung betroffen zu sein.

Aber auch in langjährigen Partnerschaften tritt das Phänomen des „Gedankenlesens“ auf. Da hat beispielsweise ein Partner das Bedürfnis, ein neues Hobby zu beginnen und „weiß“, dass der Partner sich darüber lustig machen oder auf eine andere Art und Weise ablehnen wird.

Manchmal traut man sich nicht, seinen Eltern zu sagen, dass man ins Ausland sieht, homosexuell ist oder sich vom langjährigen Partner scheiden lassen möchte.
„Wenn ich das meinen Eltern sage, enterben Sie mich!“ ist ein Satz, der in verschiedenen Variationen vermutlich häufiger gedacht wird, als man sich vorstellen mag.

Es muss sich nicht immer um große Themen handeln. Viele kennen vielleicht von früher das Gefühl, ihren Eltern die schlechte Klassenarbeit lieber nicht zu zeigen oder zu verschweigen, dass man raucht. Das sind verhältnismäßig kleine Angelegenheiten und trotzdem verbunden mit der großen Angst vor Ablehnung.

Authentizität als Fundament

Aber wir übersehen dabei eines:

Wir kreieren also genau das Szenario, vor dem wir uns fürchten. Man kann die Frage stellen, ob es nicht besser wäre, von aller Welt verlassen aber dafür sich selbst treu zu sein.
Meiner Meinung nach sollte man zumindest bereit sein, das Risiko einzugehen, von aller Welt verlassen zu sein – und ich kann Sie direkt beruhigen: das wird niemals eintreten. Denn die Treue zu sich selbst ist das Fundament aller anderen Beziehungen, die wir eingehen.

Und wenn man bedenkt, dass Menschen, die durchs Leben gehen und dabei sich selbst treu und authentisch sind, als besonders anziehend gelten, scheint mir die Gefahr, alleine zu bleiben, sehr klein zu sein.

Passend hierzu ist auch der Artikel Akzeptanz.

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Foto: © fizkes / shutterstock

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Aus Angst vor Ablehnung gehen wir häufig den Weg der Selbstverleugnung, lehnen uns also selber ab.
#psychotHHerapie via @psychothherapie
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