Drei kleine Dinge

Unsere Tage verlaufen ganz unterschiedlich: mal wissen wir nicht, wo uns der Kopf steht, mal haben wir das Gefühl, als würde sich nichts bewegen – und manchmal haben wir einen echt guten Tag erlebt.

In der Regel gehen wir mit der Energie des Tages zu Bett: genervt, unausgelastet oder auch mal zufrieden.
Doch das muss nicht sein. Denn ganz gleich, wie der Tag gelaufen ist, gilt: kein Tag war so schlecht, als dass er nicht auch etwas Schönes zu bieten hatte.
Wie die Gewichtung hierbei aussieht, liegt in erster Linie an uns selber.

Unser Fokus bestimmt unsere Stimmung

Den negativen Fall kennt wohl jeder: im Büro hat nichts geklappt, die Kollegen waren komisch und der Chef hat dazu noch das Weihnachtsgeld gestrichen. In was für einer Stimmung und mit welchen Gedanken verlässt man das Büro?

  • „Nie gelingt mir etwas.“
  • „Immer hab ich Pech.“
  • „Ich bin echt zu nichts nutze.“
  • „Am liebsten würde ich mir die Decke über den Kopf ziehen und erst mit 67 wieder rauskommen.“
  • „Alles Mist!“
  • „Ich werde es nie zu etwas bringen.“
  • „Niemand mag mich.“

Mit was für einer Stimmung kommt diese Person wohl nach Hause? Dort gibt es dann womöglich noch mehr Wasser auf die Negativ-Mühlen: der Partner möchte Dinge besprechen, der Sohn hat eine Fünf in Mathe, die Tochter möchte spielen und der Hund muss raus. Dabei möchte sich dieser Mensch einfach nur verkriechen und in Ruhe gelassen werden.

„Hat sich denn die ganze Welt gegen mich verschworen?“ mag dieser Mensch sich denken.
Nein, das hat sie natürlich nicht. Er sieht nur das Gute nur gar nicht mehr, ist gefangen in negativen Pauschalisierungen:

  • immer
  • nie
  • alle
  • alles
  • nichts
  • niemand

Wenn dieser Mensch weiter mit den negativen und pauschalen Urteilen über die Welt herumläuft, dann wird jeder und alles durch diesen Negativfilter beurteilt werden:

  • Der Partner nervt, obwohl er sich austauschen möchte.
  • Die Kinder stören, obwohl sie sich freuen und Nähe suchen.
  • Das Fernsehprogramm ist wieder mal der letzte Dreck.
  • Die Freunde, die sich für das Wochenende angekündigt haben, sind langweilig.
  • Gerade jetzt, wo der Hund raus muss, fängt es an zu regnen.

Sie sehen, in welche Richtung es geht, wenn man dieser Entwicklung freien Raum lässt. Was aber kann man tun?

Raus aus der Dunkelheit

Falls Sie solche Situationen kennen, dann wissen Sie wahrscheinlich auch – zumindest rückblickend – was passiert:
durch den oben erwähnten Negativfilter erscheint die Welt um einen herum viel schlechter, als sie ist.
Es ist, als hielten Sie sich die ganze Zeit in einem abgedunkelten Raum auf. Dann könnte die Sonne scheinen, so viel sie möchte – Sie bekämen nichts mit.
Die Dunkelheit wird in so einem Fall allmählich zum Gewohnten und das Licht wird einem langsam fremd.

Damit es gar nicht erst so weit kommt, gibt es eine kleine Übung, die ein Klient neulich wieder in Erinnerung gerufen hat. Sie wirkt im ersten Moment fast banal, hat aber eine großartige Langzeitwirkung. Wie ein Schneeball, der beginnt einen Hang hinabzurollen und als Lawine unten ankommt, wird die Wirkung dieser kleinen Übung immer stärker.

Und so funktioniert sie:
Jeden Abend besinnen Sie sich auf drei schöne Dinge am Tag. An guten Tagen mag das vielleicht eine gelungene Präsentation sein, an schlechten vielleicht eine schöne Blume am Wegesrand oder das aufmunternde Lächeln eines Kollegen. Hauptsache ist, Sie finden drei positive Dinge – jeden Tag.

Das ist, als würden Sie in den abgedunkelten Raum jeden Tag etwas mehr Licht hineinlassen,- bis die Dunkelheit fast vertrieben ist.

Führen Sie Buch darüber. Schreiben Sie sich die drei schönen Begebenheiten oder Momente jeden Abend auf – mindestens für 30 Tage. Wenn Sie in einer Partnerschaft leben, dann können Sie ihrem Partner diese Dinge mitteilen. Vielleicht hat er ja auch Lust dazu, und Sie beide entwickeln ein dauerhaftes Abend-Ritual daraus. Es lohnt sich!

Smiley - Jan Göritz - Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologischer Berater in Hamburg 2

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