Freiheit ist, was ich daraus mache

Freiheit - Jan Göritz - Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologischer Berater in Hamburgi
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Freiheit

Machmal sitzen mir Klienten gegenüber, die sich in ihrem Leben stark eingeengt fühlen. Nicht selten sind sie mit restriktiven und dominanten Eltern aufgewachsen.

Die in der Kindheit erfahrenen Beschränkungen haben sich mitunter so tief eingebrannt, dass sie unbewusst weiter wirken, auch wenn die auslösende Person gar nicht mehr Teil des Alltags oder des Lebens ist. Es gibt Sätze, die sich einbrennen und dadurch den Charakter von Gesetzen entwickeln:

  • mach die Musik nicht so laut
  • so willst du aus dem Haus gehen?
  • Benimm dich!
  • Was sollen die Leute von dir denken?
  • alle Sätze, die „das macht man so“ beinhalten
  • alle Sätze, die „das macht man nicht“ beinhalten

Gesetze sind in der Regel etwas, bei dem wir allerhöchstens die Wahl haben zwischen „ich halte mich daran“ und „ich breche das Gesetz“. Aber Gesetze sind  für die meisten Menschen eine Tatsache.
Für Kinder gilt das erst recht, denn sie glauben erst einmal das, was die Eltern ihm sagen und vorleben. So verankern sich solche inneren Gesetze, die wir in unserer Kindheit vorgesetzt bekommen haben, sehr tief und haben entsprechend eine große Auswirkung auf unser Leben.

Wenn wir im Laufe unseres Lebens zu viel solcher inneren Gesetze angesammelt haben, werden wir uns mit großer Wahrscheinlichkeit innerlich sehr begrenzt fühlen. Dadurch werden uns auch im Außen eher Schranken als freie Wege auffallen.

Angst vor Strafe

Da Kindern restriktiver Eltern im Rahmen der Erziehung in der Regel häufig gedroht wurde, ist die Angst vor Bestrafung ebenfalls stark ausgeprägt. So ergibt sich manchmal ein fast paradox anmutendes Szenario: aus Angst davor, eingesperrt zu werden, bleiben Menschen lieber in ihrem Gedanken-Gefängnis (aus inneren Gesetzen).
Dabei gilt es eigentlich, zu erkennen, dass die Zeit der Bestrafung vorbei und man selbst in Sicherheit ist.

Aber bevor wir das Risiko eingehen, jemandem auf die Füße zu treten, hacken wir uns lieber die Zehen ab oder quetschen unsere Füße in Schuhe, die zwei Nummern zu klein sind. Hauptsache, wir nehmen nicht zu viel Raum ein.
So mancher Mensch – und das ist leider wahr – würde sich gerne in Luft auflösen – nur, damit er nicht mehr Gefahr läuft, andere zu stören.
Das sitzt man dann im eigenen Hochsicherheitsgefängnis.

Befreiung durch Erfahrung

Was kann man aber tun, wenn man in einem solchen inneren Gefängnis sitzt? Hat man dann per se „lebenslänglich“?
Glücklicherweise nein.
Eigentlich gilt es „nur“ zu erkennen, dass das vermeintliche Gefängnis gar nicht abgeschlossen ist und wir jederzeit die Möglichkeit hätten, herauszuspazieren. In Kindheit und Jugend, als wir noch klarer sehen konnten, dass die Tür auf ist, sind wir beim Versuch, „auszubrechen“ jedes Mal so stark bestraft worden, dass das Motiv „Schmerzvermeidung“ immer größer wurde und den Drang nach Freiheit irgendwann mundtot gemacht hat.
Das heißt, Sie haben gelernt, dass ein Versuch, auszubrechen, unangenehm endet. Und Sie haben es durch Bestrafung, also Erfahrung, gelernt.

Auf genau die gleiche Weise können Sie sich aus Ihrem „Gefängnis“ befreien: über die Erfahrung können Sie Ihr Gefängnis hinter sich lassen.
Fangen Sie klein an und „riskieren“ Sie einen Verstoß gegen die anerzogenen Regeln in einem Bereich, der für Ihr Leben keine große Rolle spielt. Dann können Sie sich nach und nach steigern.
Essen Sie zu Beginn beispielsweise im Bett noch Süßigkeiten. Dann sagen Sie möglicherweise dem Paketboten, dass Sie es nicht mögen, wenn er die Pakete einfach im Regen abstellt. Oder Sie äußern sich im morgendlichen Meeting, was Sie sich bisher nicht getraut haben – weil man als Krümel natürlich schweigt, während der Keks redet.

Wichtig ist, dass Sie in der Kommunikation mit anderen nach Möglichkeit einen freundlichen Ton behalten und dass Sie nicht ungeduldig werden und alles auf einmal verändern wollen. Sie laufen als untrainierter Mensch auch keinen Marathon aus dem Stand, sondern Sie trainieren vorab. Und erst, wenn Sie eine Trainingsstufe sicher beherrschen, gehen Sie auf die nächste

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