Souveränität

Es gibt immer mehrere Arten von Motivation, um etwas zu tun. Grundsätzlich gibt es

  • intrinsische und
  • extrinsische

Motivation.

Während man im Falle der intrinsischen Motivation die Dinge aus sich heraus tut, hat die extrinsische Motivation direkt oder indirekt etwas mit dem Umfeld zu tun:

  • es gibt eine Prämie
  • man kann befördert werden
  • man möchte durch Käufe Anerkennung erhalten und das eigene Selbstwertgefühl steigern.
  • man möchte jemanden durch Besitz oder Verhalten beeindrucken

Besonders die letzten beiden Fälle empfinde ich aus therapeutischer Sicht als problematisch.

Es nicht nötig haben

Souveränität bedeutet: es nicht nötig zu haben.

Das Problem, was ich in vielen Momenten der extrinsischen Motivation sehe, ist, dass man Gefahr läuft, den Kontakt zu sich selbst zu verlieren.

Wenn man nur noch darauf bedacht ist, eine bestimmte Wirkung zu erzielen, ist man nicht nur nicht authentisch, sondern wirkt häufig auch sehr bemüht und damit bisweilen sehr unsicher.
Der entspannteste und freieste Zustand ist also eigentlich der, in dem man bestimmte Dinge tun oder haben könnte, wenn man wollte, sich aber aus freien Stücken dazu entscheiden kann, sie nicht zu tun oder zu besitzen – weil man es nicht möchte. Man hat es schlicht nicht nötig.

Leben, wie man ist

Die große Kunst besteht also nicht darin, sich ein Leben ab Reißbrett zu konstruieren und sich dann anzustrengen, in dieses Leben einzupassen, sondern herauszufinden, wer man wirklich ist und was man wirklich möchte.
Dann kann man damit beginnen, sich sein Leben auf Basis dieser Erkenntnisse so zu gestalten, dass das eigene Leben zu einem selbst passt.

Genauso, wie es einfacher ist, unpassende Schuhe zu tauschen, als das unbequeme Gefühl auszuhalten, ist es auch einfacher, die eigenen Lebensumstände umzugestalten als zu versuchen, sich selbst in ein unpassendes Leben einzufügen.

Freiheit

Erst in diesem Moment, in dem

  • Beurteilungen von Außen
  • Vergleiche mit anderen
  • Wünsche, Werte und Vorstellungen der Familie
  • gesellschaftliche Normen und Konventionen

keine relevanten Einfluss mehr auf eigene Entscheidungen haben, sind Sie wirklich frei.

Sie sind wahrscheinlich weder Dagobert Duck noch Miss Germany noch der Ironman-Sieger und werden es höchstwahrscheinlich auch niemals sein.
Aber Sie sind Sie selbst und Sie leben Ihr Leben, nach Ihren Werten und Ihrer Fasson.

Dieses Glücksgefühl lässt sich auf keinem anderen Weg dauerhaft erreichen.

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