Jan Göritz // Heilpraktiker für Psychotherapie

Motivation – was treibt uns an?

Die Intensität und die Richtung einer Verhaltensänderung sind abhängig von unserer Motivation.

Was treibt uns an, Dinge zu tun? Und was hindert uns daran?
Die einen wollen und können nicht, und die anderen wissen noch nicht, was sie wollen, sind aber voller Antrieb. Diese beiden Extreme tauchen sehr häufig in meinen Sitzungen auf. Die Frage nach dem Antrieb, der Motivation scheint für viele Menschen eine zentrale zu sein.
Einiges möchten wir tun und einiges müssen wir tun. Wobei dieses „müssen“ eigentlich auch ein „wollen“ ist – allerdings ein negiertes, ein „vermeiden wollen“: „Ich muss zur Arbeit gehen, denn ich will vermeiden, dass ich meine Miete nicht bezahlen kann.“

In jedem „müssen“ steckt auch ein „wollen“

Folgende Motive bestimmen in erster Linie unser Handeln :

  • Freude
  • Liebe
  • Zugehörigkeit
  • Leistung
  • Angst
  • Wut / Ärger
  • Traurigkeit
  • Vermeidung

Da „Zugehörigkeit“ ein gewichtigeres Handlungsmotiv ist als beispielsweise „Leistung“, hat man die verschiedenen Motive noch genauer klassifiziert:

Primäre Motive (Grundbedürfnisse)

Primäre Motive sind die angeborenen, biologischen Bedürfnisse des Menschen.
Nach Maslow sind die menschlichen Grundbedürfnisse:

  • körperliche Unversehrtheit
  • Essen
  • Trinken
  • Schlaf
  • Sicherheit
  • Zugehörigkeit
  • Liebe

Laut Maslow bildet die Erfüllung dieser Grundbedürfnisse das Fundament für weitergehende Motivation.
Wenn primäre Motive nicht befriedigt, stellen sich nach einiger Zeit Mangelerscheinungen ein. Bleiben sie dauerhaft unbefriedigt, setzt man sein Leben aufs Spiel.

Sekundäre Motive

Sekundäre Motive sind erworbene und erlernte Motive, die sich in erster Linie in der Kindheit entwickeln:

  • das Leistungsmotiv
  • das Anschlussmotiv, auch: Affiliationsmotiv
  • das Machtmotiv

Hier ist bei Nichtbefriedigung das seelische Gleichgewicht in Gefahr. Mittel- und langfristig drohen bei Nichtbefriedigung psychosomatische Erkrankungen oder psychische und seelische Störungen.

Motivation kann zudem verschiedene Richtungen haben. Sie kann aus einem selbst heraus entstehen oder in Form einer Belohnung von außen wirken:

Intrinsische Motivation

Intrinsche Motivation ist eine Motivation, die aus uns selbst erwächst.
Folgende Faktoren spielen hierbei eine Rolle:

  • Spaß an dem, was zu tun ist
  • das Erkennen eines Sinns in dem, was man tut
  • weder Über- noch Unterforderung
  • die Handlung deckt sich mit dem eigenen Selbstbild (zum Beispiel Zivilcourage)

Ein gutes Beispiel für intrinsische Motivation ist der Künstler, der nicht primär malt, um damit berühmt zu werden oder viel Geld zu verdienen, sondern der malt, weil es förmlich aus ihm heraussprudelt.

Extrinsische Motivation

Extrinsische Motivation ist entsprechend eine Motivation, die von außen beeinflusst wird:

  • durch eine in Aussicht gestellte oder erhoffte Belohnung.
  • durch die Rolle in der Gesellschaft (zum Beispiel: Polizisten).

Natürlich gibt es auch Überschneidungen von intrnsischer und extrinsischer Motivation. Wenn beispielsweise ein Angestellter seine Arbeit für sinnvoll erachtet und sie im Spaß macht, liegt eine intrinsische Motivation vor. Wenn das Unternehmen, für das er tätig ist, eine Bonuszahlung für das Erreichen eines bestimmten Zieles in Aussicht stellt, könnte sich diese extrinsische Motivation mit der ohnehin vorhandenen intrinsischen Motivation addieren.

Die eigenen Grenzen

Bei alledem sollte man seine Grenzen kennen und sich ihrer bewusst sein. Denn wenn man sieentweder nicht kennt, sie in bestimmten Momenten nicht wahrnimmt oder so tut, als gäbe es für einen selbst keine Grenzen, läuft man Gefahr, sich in eine permanente Überforderung zu begeben. Dieser Zustand ist sehr destruktiv, da man bei allem, was man tut, das Gefühl hat zu scheitern.

Grenzen sind aber nicht statisch. Sie können erweitert werden, indem man sich regelmäßig aus seiner Komfortzone bewegt. Sie werden merken, wann Sie die Gelegenheit dazu haben. Sie werden in diesen Momenten wahrscheinlich das Gefühl haben, sich in einem Spannungsfeld zu befinden. Ihr natürlicher Drang, zu wachsen und sich weiterzuentwickeln möchte Sie nach vorne schieben. Auf der andern Seite steht die Angst vor dem Neuen und der Selbstzweifel, ob man der Aufgabe wirklich gewachsen ist.
Fühlen Sie in solchen Momenten in sich hinein wie es sich morgen anfühlte, es nicht einmal versucht zu haben.  Dann versetzen Sie sich in die Situation, wie es morgen für Sie wäre, es zumindest versucht zu haben – selbst wenn es nicht klappen sollte.
Welche Version ist die für Sie angenehmere? Handeln Sie entsprechend. In uns Menschen steckt meistens viel mehr, als wir selbst vermuten und wir sind zu sehr viel mehr in der Lage, als wir denken. Allerdings müssen wir Situationen, in denen wir dieses meist ungenutzte Potential abrufen können, auch zulassen und keinen Bogen (mehr) darum machen
Sie können sich solche Situationen sogar bewusst suchen. In meinem Artikel über Ziele erfahren Sie, wie Sie sich ein Ziel so setzen, dass es zwar fordernd aber nicht überfordernd ist.

 

Motivation - Jan Göritz - Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologischer Berater in Hamburg

Foto: © Dirima / Fotolia

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