Akzeptanz: Überholspur zur Veränderung

Akzeptanz - Jan Göritz - Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologischer Berater in Hamburgi
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Akzeptanz

Ich stelle immer wieder fest, dass das Thema „Akzeptanz“ häufig ein missverständliches ist:
„Wenn ich diesen Zustand jetzt akzeptiere, dann gebe ich doch auf, oder?“

Eine berechtigte Frage, denn es klingt viel mehr nach Lenkung und Kontrolle, wenn man versucht, einen Zustand aktiv zu verändern. Akzeptanz hingegen klingt eher danach, als würde man den ist – Zustand einfach so hinnehmen. Doch diese Annahme ist nicht richtig.

Im Gegenteil: Akzeptanz hat mit hinnehmen in etwa so viel zu tun, wie Kühe mit Auto fahren – nämlich gar nichts.
Während hinnehmen den Charakter von Gleichgültigkeit hat, bedeutet Akzeptanz „ich erkenne, wie es ist.“

Akzeptanz erleichtert das Leben

Hier drei Beispiele, die belegen, wie wichtig Akzeptanz im Leben sein kann:

  1. In ihrem Auto leuchtet eine Warnlampe. Sie sagen: „das nervt mich“ und kleben die Lampe mit einem Stück schwarzen Klebebands ab. Drei Wochen später müssen Sie in die Werkstatt geschleppt werden und erfahren, dass der Motor hinüber ist.
    Hätten Sie das Leuchten der Warnlampe akzeptiert und nicht verdrängt, wären sie rechtzeitig in die Werkstatt gefahren.
  2. Sie sind in einem Tierpark, den sie noch nicht kennen und sie brauchen dringend eine Toilette. Glücklicherweise finden Sie eine Übersichtstafel, auf der sowohl ihr Standort als auch die Toiletten eingezeichnet sind. Jedoch finden Sie, dass sie viel zu weit von den Toiletten entfernt sind und definieren sich kurzerhand selbst einen Standort, der sich dichter am WC befindet. Da Sie die Toiletten so logischerweise nicht finden, machen Sie sich letzten Endes die Hose. Die Blamage hätten sie sich erspart, wenn sie ihren Standort akzeptiert hätten.
  3. Sie schlittern von Monat zu Monat immer tiefer in den Dispo. Doch anstatt sich hinzusetzen und zu akzeptieren, dass sie entweder zu wenig einnehmen oder zu viel ausgeben, ignorieren Sie den Ist-Zustand mit einem „wird schon irgendwie werden…“ und wundern sich irgendwann, dass ihre Karte gesperrt ist.

Drei kleine Beispiele für die deutlich machen, wie wichtig Akzeptanz wirklich ist. Nur wenn man die Dinge akzeptiert, wie sie gerade sind, kann man die Veränderung in Angriff nehmen, die nötig ist, um dorthin zu gelangen, wo man hin möchte.

Akzeptanz ist wirklich in jedem Lebensbereich wichtig:

  • Es ist viel entspannter, den Partner so zu akzeptieren, wie er ist, anstatt sich immer wieder über das gleiche Verhalten aufzuregen.
  • Wenn ein Job nicht passt, dann sollte man auch das akzeptieren. Auch, wenn er  gut dotiert ist. Nur des Geldes wegen zu bleiben, verlängert und verstärkt das Leiden.
  • Auch das Thema „Eltern“ ist häufig ein Aufreger.
    Erfahrungsgemäß wird man seine Eltern jedoch nicht mehr grundlegend verändern können. Möglicherweise können Ihre Eltern ihre Liebe nicht so ausdrücken, wie Sie sich wünschen.
    Wenn Sie akzeptieren, dass es ist, wie es ist, anstatt sich immer wieder darüber aufzuregen, können Sie zumindest das genießen, was Ihre Eltern geben können. Vielleicht gibt es immer leckeres Essen.

Sie sehen: akzeptieren hat überhaupt nichts mit einem gleichgültigen hinnehmen zu tun. Im Gegenteil: Akzeptanz ist der erste Schritt hin zur Erkenntnis dessen was ist und damit auch der erste Schritt auf dem Weg zur Veränderung.

Wo gibt es in ihrem Leben Umstände Menschen, von denen sie sich wünschen, sie wären anders?
Was müsste (in Ihnen) passieren, damit sie es so akzeptieren können, wie es ist?

Gelassenheitsgebet

Hier zu passend zu ist das so genannte Gelassenheitsgebiet von dem US-amerikanischen Theologen Reinhold Niebuhr:

Gott, gib mir
die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

(Gelassenheitsgebet von Reinhold Niebuhr)

Hier wird deutlich, dass gerade Dinge, die man hinnimmt, diejenigen sind, die nicht geändert werden können.
Auch dieser Umstand muss akzeptiert werden, und zwar – dem Gedicht zufolge – gelassen akzeptiert.

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