Jan Göritz // Heilpraktiker für Psychotherapie

Leerlauf

Puuuh, einmal tief durchatmen, die Füße hochlegen und die Anstrengungen des Tages von sich abfallen lassen. Einfach nur da sitzen und nichts tun – kein Fernseher, keine Musik, kein Buch und schon gar kein Handy oder Tablet.

Wie geht es Ihnen bei dieser Vorstellung? Ob Sie es glauben oder nicht: viele Menschen fühlen sich bei dieser Vorstellung gestresst. Sie haben es verlernt, wirklich abzuschalten. Ruhe ist für sie ein bedrohlicher Zustand, den es zu vermeiden gilt. Denn in der Ruhe liegt in diesem Fall nicht die Kraft, sondern die Gefahr. Die Gefahr, sich selbst wahrzunehmen und zu erkennen, dass es ihnen so, wie sie leben, nicht gut geht.

Hier beginnt ein regelrechter Teufelskreis, den es zu durchbrechen gilt.

Warum ist es  wichtig, gerade auch geistig zu entspannen?

  • Wenn der Stresspegel steigt, geht unsere Kreativität gegen Null. Und wenn der Stresspegel nicht sinkt, bleibt sie auch dort. Kreativität ist nicht nur wichtig um zu malen oder um zu musizieren. Wir brauchen sie ganz dringend, um Lösungen und Wege zu finden. Wenn wir hier keinen Zugang mehr haben, dann drehen wir uns gedanklich im Kreis.
  • Ein entspannter Geist arbeitet viel zuverlässiger als ein angespannter. Wir vergessen viel weniger, arbeiten besser und konzentrierter und fühlen uns insgesamt stark und leistungsfähig.
  • Ängste werden reduziert.
  • Das Vertrauen in sich selbst und das Leben steigt.
  • Der Blutdruck sinkt.
  • Die Empathie wird gesteigert.
  • Das Risiko, an einer Depression zu erkranken, sinkt.
  • Die Achtsamkeit – sich selbst und anderen gegenüber – wird gesteigert.
  • Die Neugier und das Interesse an der Welt um uns herum wachsen.

Was können Sie tun?

Wir müssen nicht zwangsläufig zum Yoga oder zur Meditation, es finden sich auch im Alltag und im Haushalt einige Tätigkeiten, bei denen wir dem Kopf Leerlauf gönnen können, bei denen unsere Gedanken kommen und weiterziehen können, bei denen wir kreativ Ideen entwickeln können und intuitive Prozesse ablaufen dürfen:

  • spazieren gehen – ziellos und möglichst in schlenderndem Tempo. Lassen Sie sich ruhig treiben und probieren Sie mal Wege aus, die Sie noch nie gegangen sind. Seien Sie neugierig!
  • abwaschen
  • bügeln
  • Wäsche zusammenlegen
  • Sie können sich auch mal fünf Minuten am Schreibtisch gönnen, in denen Sie auf „Leerlauf“ schalten. Das mag anfangs ungewohnt sein und Ihnen damit nicht so leicht fallen. Mit zunehmender Übung werden Sie aber irgendwann sehr schnell umschalten können. Und Sie werden feststellen, dass Sie hinterher viel produktiver arbeiten. Vielleicht haben Sie in diesen fünf Minuten eine Lösung gefunden, die Sie vorher verbissen gesucht haben.

Probieren Sie es mal aus, bei scheinbar langweiliger Hausarbeit nicht Musik zu hören, fernzusehen oder zu telefonieren. Gehen Sie noch einmal um den Block, bevor Sie schlafen gehen und beobachten Sie, wie Sie mit der Zeit immer ruhiger, ausgeglichener und kreativer werden.

Leerlauf - Jan Göritz - Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologischer Berater in Hamburg

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