Sei das Beste, was Du bist

Beobachtung und Interpretation

Heutzutage ist es sehr leicht, andere Menschen und deren Leben zu beobachten. Zumindest, was den Teil betrifft, der zum Beispiel über Facebook und Instagram mitgeteilt wird.
Doch ziehen wir aus dem, was wir da sehen, die richtigen Rückschlüsse? Ich habe nicht den Eindruck. Häufig sieht es doch eher so aus:

  • Klaus winkt fröhlich aus seinem neuen Porsche: Porsche macht glücklich
  • fröhliche und entspannte Familie: wenn ich das Gefühl habe, mir wächst alles über den Kopf, dann mache ich etwas falsch.
  • Claudia ist jetzt Geschäftsführerin: die Entscheidung, Künstlerin zu werden, war falsch.

Doch könnte es sich nicht in Wahrheit so verhalten:

  • Klaus ist einfach ein fröhlicher Typ und saß früher schon genauso fröhlich in seinem alten Golf wie jetzt im Porsche.
  • Die Familie hat eine Haushaltshilfe und einen Gärtner. Da wären Sie auch entspannt.
  • Claudia hat ein tolles Studium absolviert, allerdings auf Drängen ihrer Familie. Ihre Karriere war nur ein konsequentes Vorangehen auf diesem Weg. Allerdings wäre Claudia lieber Künstlerin, weil sie so mehr Freiheiten hätte.

Das Gras des Nachbarn

Es heißt, dass das Gras des Nachbarn immer grüner sei. Ausgedrückt wird mit diesem Satz zweierlei:

  • unser Blick für die eigenen Defizite
  • Neid in mehr oder weniger ausgeprägter Form

Zum einen wüssten wir es wahrscheinlich gar nicht, wenn wir nicht über die Hecke geschaut hätten und zum anderen können wir immer noch selbst bestimmen, wie wir mit dieser Beobachtung umgehen möchten:

  • jammern und uns schlecht fühlen?
  • es uns in unserer Steppenlandschaft gemütlich machen, so dass wir uns mit dem, was wir haben, wohlfühlen können?
  • die Ärmel hochkrempeln und sagen „was der kann kann ich auch!“?

Sie mögen jetzt vielleicht denken, dass die Alternative des Ärmelhochkrempelns auf jeden Fall die richtige sei. Und wenn es Ihnen wirklich wichtig ist, dann ist es auch so. Ansonsten kann es sein, dass Sie eine Menge Aufwand betreiben, dass Sie vertikutieren, düngen, säen, wässern… nur um irgendwann festzustellen, dass Sie zwar eine Menge Arbeit geleistet, Geld ausgegeben und jetzt einen schöneren Rasen haben, aber gar nicht glücklicher sind, als vorher.

Wenn es Ihnen gelingt, das Ergebnis Ihres Handelns zu antizipieren, dann können Sie sich rechtzeitig für den für Sie richtigen Weg entscheiden.

Versuchen Sie, sich so gut wie möglich, von dem Gedanken frei zu machen, was andere über Sie denken könnten. Sie können es sowieso nicht beeinflussen und vor allem geht es Sie nichts an, was andere von Ihnen halten.
Was hier auf den ersten Blick hart wirkt, ist in Wirklichkeit nur die Klarheit darüber, dass Sie sich auf sich konzentrieren dürfen. Üben Sie sich in Gelassenheit und besinnen Sie sich auf Ihre Wünsche, Bedürfnisse und Fähigkeiten.

Abgrenzung

Abgrenzung ist heute wichtiger denn je. Durch die verschiedenen Social-Media-Kanäle bedarf es keiner Anstrengung, um über die Hecke zu schauen und das Gras des Nachbarn zu begutachten. Die Hecken sind quasi durchsichtig und wir müssen aktiv werden, wenn wir nicht mit dem Blick in Nachbars Garten konfrontiert werden möchten.
Hier eine Auswahl an Möglichkeiten der Abgrenzung um den Kontakt zu sich zu stärken:

  • Gehen Sie regelmäßig für mindestens 20 Minuten in die Natur. Ohne Handy, ohne Musik.
  • Meditieren Sie,- das kann auch beim Abwasch oder beim Spazierengehen sein.
  • Reduzieren Sie Facebook, Instagram und Co. – Die wenigsten Dinge, die Sie da sehen, haben etwas mit Ihnen zu tun, noch bringen sie Sie in irgendeiner Form weiter. Reduktion bedeutet nicht nur eine zeitliche Einschränkung, sondern beinhaltet auch die Frage, wem Sie überhaupt folgen möchten. Bedenken Sie dabei, dass alles, was kein klares JA ist, als NEIN gewertet werden sollte.
  • Bestellen Sie konsequent alle Newsletter ab. Ganz gleich, ob es heute bei XY 20% auf alles gibt oder Band Z ein neues Album rausgebracht hat. Im ersten Moment lenkt es Ihre Aufmerksamkeit von sich selbst weg.
  • Verbannen Sie Handy und Tablet aus dem Schlafzimmer. Lesen Sie ein Buch, möglichst nicht auf dem eBook-Reader, oder hören Sie ein Hörbuch oder eine Meditation auf CD.

Sei das Beste

Abschließend möchte ich Ihnen gerne noch, ein sehr schönes Gedicht des amerikanischen Dichters Douglas Malloch mitgeben, das nach meiner Meinung sehr treffen zusammenfasst, worauf es ankommt:

Sei das Beste

Wenn du nicht Kiefer auf dem Gipfel des Hügels sein kannst,
sei ein Busch im Tal – aber sei
der schönste kleine Busch am Ufer des Bachs.
Sei ein Busch, wenn du kein Baum sein kannst.

Wenn du kein Busch sein kannst, sei ein Büschel Gras
und steh heiter am Straßenrand.
Wenn du kein Hecht sein kannst, sei einfach ein Barsch,
aber der munterste Barsch im ganzen See!

Wir können nicht alle Kapitäne sein, es braucht auch die Mannschaft.
Es gibt für jeden von uns einen Platz,
es gibt große Aufgaben zu bewältigen und es gibt kleinere,
doch unsere Pflichten sind alle gleich.

Wenn du keine Straße sein kannst, sei ein Pfad,
wenn du nicht die Sonne sein kannst, sei ein Stern.
Es liegt nicht an der Größe, ob du siegst oder fällst:
Sei das Beste, was immer du bist.

Douglas Malloch (1877-1938)

Das Beste - Jan Göritz - Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologischer Berater in Hamburg

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